Die PSU HELPLINE feiert ihr 5-jähriges Bestehen. Was als schnelle Reaktion auf die enorme Belastung des medizinischen Personals in der Corona-Pandemie begann, ist heute eine nicht mehr wegzudenkende Anlaufstelle für Mitarbeitende im Gesundheitswesen: Seit 2020 stehen unter der PSU HELPLINE-Nummer kollegiale Unterstützer:innen, psychosoziale Fachkräfte und Psychotherapeut:innen täglich für Gespräche bereit – kostenfrei, anonym und vertraulich.
Die PSU HELPLINE, betrieben vom gemeinnützigen Verein PSU-Akut, unterstützt Mitarbeitende, Führungskräfte und Peers im Gesundheitswesen. Hier wird Psychosoziale Unterstützung, kurz PSU, per Telefon angeboten. „In vielen Regionen Deutschlands sind wir der einzige Ansprechpartner, an den sich die medizinischen Helferinnen und Helfer in besonderen Belastungssituationen und nach schwerwiegenden Ereignissen wenden können“, sagt Geschäftsführer Andreas Igl. „Akutinterventionsangebote, wie sie bereits seit vielen Jahren erfolgreich in den Einsatzorganisationen etabliert sind, sind in Gesundheitseinrichtungen oft nur aufgrund des Engagements Einzelner zu finden.“ Entsprechend wichtig ist das kostenlose Angebot der Helpline. Denn manchmal muss man einfach mal erzählen und alles Erlebte rauslassen…
Telefonhotline PSU HELPLINE ist teilweise einziger Anlaufpunkt für Mitarbeitende in belastenden Situationen
„Die belastenden Situationen und der Bedarf für Mitarbeitende in Kliniken, Praxen oder Altenheimen, selbst Unterstützung zu erfahren, sind auch nach der Pandemie weiterhin vorhanden“, weiß Vorstandsvorsitzender PD Dr. Dominik Hinzmann, Oberarzt in der Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin am Klinikum rechts der Isar in München, aus eigener Erfahrung. „Neben der wachsenden Mehrbelastung sind Kolleginnen und Kollegen auch mit schwerwiegenden Ereignissen, wie Gewalttaten, dramatischen Todesfällen oder Suizid, konfrontiert.“
Nur sei das Thema nicht mehr in den Medien präsent und damit für die Bevölkerung und die Politik nicht mehr vor Augen – was es aber unbedingt sein müsse! „Wir können es uns nicht leisten, aufgrund fehlender Unterstützungsangebote für medizinisches Personal noch mehr dieser wertvollen und hochqualifizierten Kräfte zu verlieren“, so Hinzmann.
Kontinuierliche Finanzierung derzeit noch Wunschtraum
Denn das PSU HELPLINE-Angebot lässt sich auch seit fünf Jahren nur durch finanzielle Projektförderung von Stiftungen sowie privaten Spendern aufrechterhalten. „Selbstverständlich führen wir Gespräche und suchen nach Möglichkeiten, aber eine kontinuierliche Förderung haben wir noch nicht finden, geschweige denn etablieren können“, berichtet Andreas Igl. Dabei brauche es natürlich vor allem finanzielle Sicherheit, um den Betrieb der Helpline langfristig zu sichern und auch bedarfsgerecht auszubauen.
So plant PSU-Akut nichtsdestotrotz aufgrund der hohen Nachfrage, das bestehende Angebot um eine Chatberatungsfunktion zu erweitern und technische Strukturen intern zu optimieren – um im Akutfall zum Beispiel noch schneller den passenden Ansprechpartner für den Anrufenden zu finden. Schließlich arbeiten die kollegialen Unterstützer:innen und psychosozialen Fachkräfte ehrenamtlich und sind in ihren Hauptberuf eingebunden.
Eine große Spendenaktion zum Geburtstag
Zum Geburtstag der PSU HELPLINE startet der Verein deshalb jetzt eine große Spendenaktion. Hierfür sind auch bekannte Partner wie die Spendenplattform „WirWunder“ der Stadtsparkasse München in Kooperation mit betterplace.org an der Seite von PSU-Akut.
„Ich bin zuversichtlich, den Ausbau unserer Hilfsangebote finanzieren zu können, um so noch mehr Kolleginnen und Kollegen in Belastungssituationen unterstützen zu können“, sagt Dominik Hinzmann und ist guter Dinge. „Denn wir wollen ja auch den 10. Geburtstag der PSU Helpline feiern!“
PSU HELPLINE:
0800 0 911 912
täglich von 9 bis 21 Uhr
kostenfrei – vertraulich – anonym
